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Heimisch ist sie in Europa, West-, Mittel- und Ostasien, oftmals in gemäßigten Klimazonen eingebürgert. Die Königskerze gedeiht gerne wild an sonnigen Orten, an Wiesen-, Wald- und Wegrändern sowie auf Geröllfluren und Kahlschlägen. An die Bodenbeschaffenheit stellt sie kaum Ansprüche. Nur zu feucht darf es nicht sein, denn sie verträgt keine Staunässe! Sie gehört zu den Lichtkeimern, d. h. einfach den Samen im Frühjahr oder Spätsommer auf die Erde streuen, leicht andrücken und angiessen. Ebenso erfolgt die Vermehrung durch Wurzelteilung. Bei der Blüte öffnen sich immer nur ein paar Blüten, verteilt auf die
Ähre, so daß die Pflanze über einen längeren Zeitraum ihre Pracht
darstellen kann.
Die Königskerze ist im Volksmund auch bekannt als Wetterpflanze: wer sie in der Nähe des Hauses hat, bei dem soll angeblich kein Blitz einschlagen, wer dagegen sie entfernt, bei dem soll der Blitz eher geneigt sein einzuschlagen. Als Wetterorakel galt, wenn sich die Blütenspitze nach Osten neigt, kommt schönes Wetter - bei einer Neigung nach Westen gibt es schlechtes Wetter. Die Dauer und die Kälte des Winters konnte früher anhand der Blütenmenge vorausgesagt werden. Ganz Fachkundige behaupten, wenn die Blüten weit am Stengel runterreichen, dann gibt es früh Schnee, weiter sogar, daß, wenn auf die Blüten erst wieder Blätter folgen, dann kommt eine Pause nach dem ersten Schnee. Stehen die Blüten aber bis zum Ende des Stengels, so gibt es angeblich einen kalten und langen Winter mit viel Schnee im Frühjahr.
Die Königskerze ist warm und trocken und etwas kalt, und wer ein schwaches und trauriges Herz hat, der koche Königskerze mit Fleisch oder mit Fischen oder mit "Kucheln" ohne andere Kräuter, und esse das oft, und es stärkt sein Herz und macht es fröhlich. Aber auch wer in der Stimme und in der Kehle heiser ist und wer in der Brust Schmerzen hat, der koche Königskerze und Fenchel in gleichem Gewicht in gutem Wein, und er seihe das durch ein Tuch und trinke es oft, und er wird die Stimme wieder erlangen, und es heilt die Brust.
Anwendung findet die Königskerze als Schutz und
Reizmilderung für die Bronchien, bei akuten und chronischen Lungenleiden
wie Asthma, Bronchitis, Husten, Kehlkopfkatarrh und -entzündung,
Mandelentzündung, Heiserkeit, Reizhusten (Ozonbelastung),
sie wirkt positiv auf den Gallefluss und auf die Leber, äußerlich bei
Wunden, Hauterkrankungen und
Hämorrhoiden, Ohrenschmerzen, Tinnitus, Mittelohrentzündung, in Form von
Sirup, Tinktur, Ölauszug und Tee.
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